Eine Leuchte ähnlich einer Pflanze, deren Blätter leuchten, ohne dass eine Glühlampe zu sehen ist, ist längst kein Zukunftsszenario mehr.
Es ist das Ergebnis der Zusammenarbeit des niederlandischen
Elektronikkonzerns Philips und dem belgischen Leuchtenhersteller Modular
Lighting.
Hinter dem Geheimnis der leuchtenden Pflanze verbergen sich, dünne Hightech-Kunststofffolien, die unter Strom gesetzt werden, besser bekannt als OLED, organische Licht emittierende Dioden.
Sie gehören zu den favorisierten Zukunfttechnologien im Bereich Beleuchtung, ähnlich wie auch die anorganischen Licht emittierenden Dioden (Led).
Geht es nach den Entwicklern der neuen Beleuchtungstechnologie, dann sollten OLED in Zukunft überall dort leuchten, wo Licht benötigt wird.
Beleuchtung bedarf der Erneuerung
20 Prozent der elektrischen Energie werden heute, so die Angaben des Bundesministeriums für Forschung und Bildung, weltweit für Beleuchtungszwecke angewendet.
Innovative Festkörperlichtquellen, wie OLED und Led, versprechen ein enormes Einsparpotenzial, da sie um ein Vielfaches effizienter sind als Glühlampen.
So verwundet es nicht, dass Anbieter wie die Siemens-Tochter Osram oder Philips auf OLED und Led setzen.
OLED haben im Vergleich zur Glühlampe oder zur Neonröhre einiges zu bieten. Was haben OLEDs zu bieten?
OLED sind extrem effizient. Hier kann die Energie nahezu zu 100 Prozent als Licht verwendet werden und verpufft nicht wie bei der Glühlampe grösstenteils als Wärme.
Zu bieten haben OLED neue Formen der Beleuchtung. OLED sind transparent, könnten tagsüber ein Fenster ersetzen und abends als flächiges Licht leuchten. Die flachen OLED Panels können in Wände, Möbel und andere Objekte integriert werden.
OLED strahlen ein gesundes, sanftes und blendfreies Licht aus, dass dem Tageslicht sehr ähnlich ist. Im Vergleich zu Glühlampen oder Neonröhren kann eine Fläche durch OLED gleichmässiger beleuchtet werden.
Produktdesigner träumen von OLED Folien, die in den verschiedensten Farben leuchten. Sie könnten als Wandtapete oder als interaktive Wandbilder dienen.
Stand der OLED Technologie
Prinzipiell ist die Dünnschichtverkapselung von orgnischen Schichten auf flexiblen Displays machbar.
Derzeit gibtes jedoch noch kein Material, dass auf Dauer stabil genug ist.
Die Produktion der Leuchtschichtmodule funktioniert am Besten, wenn die Kohlenstoffringstrukturen aus denen die Halbleiterlagen bestehen, auf starre Kacheln aufgebracht werden.
Besonders biegsame Displays oder OLED Folien müssen daher noch etwas warten.
Bei der Herstellung von starren OLEDs gilt es bessere organische Verbindungen zu finden, die das Erzeugen von immer stabileren und kompakteren Schichten für die Module in grossen Mengen ermöglicht und dass zu einen günstigen Preis.
Schliesslich gilt es gegen die extrem billigen Glühlampen anzukämpfen.
Auch an Lösungen, wie die neuartigen OLED Leuchtmittel in die Produktwelt integriert werden sollen, wird gearbeitet.
Bereits Bekanntes kommt beim Verbraucher besser an.
So wurden von Philips OLED-Kacheln entwickelt, die mit 230-Volt-Wechselstrom funktionieren.
Damit kann die OLED Beleuchtung direkt an die heimische Steckdose angeschlossen werden.