Datenkommunikation per Led?

02.August 2011 | Thema: LED | Schlagwörter: Led Lampen | Vorheriger LED-Beitrag: « Gefährdet der Led-Patent-Streit bei Osram den Terminplan? | Nächster LED-Beitrag: Cree stellt neue High-Performance XLamp ® XT-E Royal Blue LED vor »

led datenübertragungLassen sich mit Led Lampen die heimischen Funknetze entlasten? Im schottischen Edinburgh wurde kürzlich auf der TEDGlobal-Konferenz eine scheinbar herkömmliche Tischlampe vorgestellt. Doch die Tischleuchte mit Led Licht kann Videodaten auf einen Bildschirm übertragen. Statt Funk flogen die Daten als Lichtstrahlen durch die Luft.

Eingesetzt wurde für die als D-Light genannte Technik Led Lampen (Licht emittierende Dioden), die mit einem Mikrochip bestückt sind.

Um digitalisierte Informationen zu übertragen, wird deren Helligkeit in sehr kurzen Abständen hoch- und wieder heruntergefahren.

Das menschliche Auge nimmt nicht wahr, wie Photodetektoren die Strahlen aufnehmen und die Lichtimpulse in elektrische Impulse umwandeln und an das Empfangsgerät leiten.

Der von Harald Haas, Professor an der University of Edinburgh, präsentierte Prototyp kann Daten mit zehn Megabit pro Sekunde übertragen, bis Jahresende sollen es 300 Megabit sein.

Auch Wissenschaftler des Siemens Konzerns und des Fraunhofer Instituts forschen derzeit an dieser Technik des Datentransfers per Licht.

Anfang September soll auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) das Ergebnis, ein Prototyp, der 100 Megabit pro Sekunde erreicht, vorgestellt werden.

Innerhalb einer Strecke von fünf Metern wurden bereits 800 Megabit pro Sekunde erreicht, das selbst die schnellen WLAN-Verfahren 802.11n in den Schatten stellt.

Welche Daten lassen sich damit leiten?

Mit dem neuen Datentransfer können Daten aus dem Internet zum Computer oder von einem PC zum Drucker geleitet werden.

Auch Musikdaten können mittels einer mit Led präparierten Deckenleuchte zum Lautsprecher geleitet werden.

Bei einem hohen Übertragungstempo sind auch Videos zum Fernseher denkbar.

Über Led Scheinwerfer könnten Autos miteinander kommunizieren und Auffahrunfälle vermieden werden. Auch Ampeln könnten in Zukunft Autofahrer über einen Minicomputer auf freie Parkplätze in der Nähe hinweisen.

Wer spart mehr - Funk oder Licht?

Für die Datenübertragung per Licht wird weniger Energie benötigt als für Funknetzwerke. Zudem sind die Geräte gesundheitlich unbedenklich und sehr günstig. Sie sind einfach zu installieren, da sie mit der herkömmlichen Beleuchtung zum Empfangsgerät kommen.

Nicht vergessen darf man auch, dass Licht ein deutlich grösseres Frequenzspektrum bietet als kabellose Netzwerke, die den Funk in Zukunft entlasten könnten.

Werden Daten beispielsweise von PC, Spielekonsolen und Drucker kabellos durch die Wohnräume geschickt und empfangen und zukünftig auch Jalousien, Beleuchtung und Heizungen per Funk gesteuert, drohen sich die digitalen Datenströme zu überlagern. Lichtstrahlen dagegen stört das nicht.

Denkbar wäre der Einsatz auch in Flugzeugen und Krankenhäusern beispielsweise.

Ist die Datenkommunikation mit Licht sicher?

Spätestens im nächsten Jahr könnten die Systeme auf den Markt kommen. Prof. Haas und seine Kollegen plädieren für die Sicherheit der Geräte im Vergleich zu den Funkwellen.

Da Licht nicht durch die Wände tritt wie Funkwellen, können Unbefugte den Datenstrom nur abgreifen, wenn sie sich im Raum aufhalten.

Kann anderes Licht die Übertragung stören?

Die Übertragung soll nicht durch Tageslicht oder ein anderes künstliches Licht gestört werden.

Im Dunkeln dimmt sich das Led Licht herunter. Wird der Lichtstrahl allerdings durchkreuzt, wenn beispielsweise eine Hand davor gehalten wird, kommt keine Information mehr durch.

Forscher der Penn State University sind mit diesen Problem beschäftigt, damit keine direkte Sichtverbindung zur Kommunikationsübertragung notwendig ist.

Auch eine Reflektion von Wänden soll dem Datenstrom nicht schaden, solange der Raum nicht ganz in Schwarz gehalten ist.