Kann man Solarmodule recyceln?

03.November 2009 | Thema: Solarenergie | Schlagwörter: Solarenergie | Vorheriger Solarenergie-Beitrag: « Solarmodule – Klebstoff statt Schrauben | Nächster Solarenergie-Beitrag: Wenn Fenster Strom produzieren »

photovoltaik solar modul solarenergiePhotovoltaikanlagen auf den Dächern sind ein bekanntes Bild. Doch auch das Leben eines  Solarmoduls ist begrenzt. Was geschieht mit verbrauchten Solarmodulen?

Viele Haushalte nutzen Photovoltaikanlagen zur Energieerzeugung. Doch auch Solaranlagen haben nur eine begrenzte Lebensdauer, genau genommen um die zwanzig Jahre.

Dann müssen verbrauchte Teile ausgetauscht werden oder das ganze Solarmodul wird ersetzt. Das produziert Müll.

Die ersten Solaranlagen wurden Ende der Achtziger Jahre installiert. So ist damit zu rechnen, dass in den kommenden Monaten und Jahren nun auch das Thema Solarmodul als Müll zu berücksichtigen ist.

Laut einer Studie muss künftig mit 3'500 bis 4'000 Tonnen verbrauchter Solarmodule in Europa gerechnet werden, Tendenz steigend.

Doch das Altmaterial ist kostbar, denn das Solarmodul als Altmaterial gewinnt an Bedeutung.

Die Firma Hellmann Process Management ist derzeit dabei ein logistisches Konzept zu entwickeln, das dazu beiträgt Solarmodule auf ökonomische und ökologische Weise zu entsorgen. 

Das Konzept wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt mit knapp 100.000 Euro gefördert.

In das Projekt müssen lokale wie auch regionale Installateure von Solarmodulen eingebunden werden. Entsorgungsstrukturen, die bereits existieren, sollen ebenfalls mit in das Rücknahmesystem eingebunden werden.

Einzelne Initiativen der Photovoltaikindustrie starteten bereits. Doch es gilt generell ein umfassendes Recyclingsystem zu entwickeln, das eine hohe Sammelquote erreicht.

Das ist das Ziel des logistischen Konzepts zum Recycling von Solarmodulen.

 Bei der Verwertung der alten Solarmodule kommt es auf die Recyclingtechnik an, doch sollte auch die Logistik darf nicht ausser Acht gelassen werden.

Europaweites Logistikkonzept

Das Logistikkonzept ist für ganz Europa geplant. Das Pilotprojekt soll in Deutschland und Spanien seinen Anfang nehmen. Es geht darum, ein dichtes Netz von Annahmestellen für Solarmodule europaweit zu bilden.

Ideal sind Handwerksbetriebe, wie auch Installateure von Solarmodulen, die sich für die Installation wie auch für die Entsorgung der alten Solaranlagen verantwortlich zeigen.

Ein zweiter Schritt ist der Transport, um die alten oder defekten Solaranlagen möglichst unbeschädigt dem Recyclingprozess zuzuführen.

Nun gilt es, eine Kommunikationskette der beteiligten Firmen aufzubauen.

Das logistische Konzept, das Recycling von alten oder defekten Solarmodulen unterstützt, ist ein wichtiger Baustein für saubere und nachhaltige Energielösungen.

Denn nicht nur die Verwendung von Solaranlagen, sondern auch die Entsorgung der Altanlagen ist ein wesentlicher Teil der sauberen Energie.