Sind Solaranlagen ein giftiger Beitrag zum Umweltschutz?
26.Mai 2010 | Thema: Solarenergie
| Schlagwörter:
Solarenergie,
Umwelt
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Solarenergie gilt als Beitrag zum Umweltschutz. In manchen Solaranlagen sind jedoch gefährliche Schadstoffe enthalten. Was sind giftige Inhaltsstoffe bei Photovoltaik-Anlagen?
Die Diskussion um giftige Inhaltsstoffe betrifft die so genannten Dünnschicht-Solarzellen und hat die Solarbranche gespalten.
Zum einen sind hier Hersteller von Solaranlagen, die auf das ungiftige Silizim als Grundsubstanz setzen.
Auf der anderen Seite sind die Produzenten von Cadmiumtellurid-Modulen.
Dabei handelt es sich um eine günstigere Produktionsmethode, bei der Folien mit einer toxischen Schwermetall-Mixtur bedampft und bedruckt und danach in Glas eingeschweisst werden.
Durch diese günstige Herstellungsweise wurden tausende von effizienten Solarmodulen auch auf deutsche Dächer und Äcker installiert.
Der weltweit grösste Solarpark mit 700.000 Solarmodulen, so gross wie 320 Fussballfelder, besteht aus Dünnschicht-Solarzellen.
Ist bald Schluss mit den Dünnschicht-Solarmodulen?
Nun soll den betreffenden Solaranlagen ein Riegel vorgeschoben werden, denn jedes Solarmodul enthält rund sieben Gramm der giftigen Schwermetall-Verbindung Cadmiumtellurid.
Eine Gruppe aus Wissenschaftlern, EU-Politikern, EU-Beamten und Umweltschützern unterstützt einen Vorschlag der schwedischen Ratspräsidentschaft, das bereits bestehende Cadmium-Verbot für Elektrogeräte auch auf Solarzellen auszudehnen.
Was ist die „Non-Toxic Solar Alliance“ (NTSA)?Die Non-Toxic Solar Alliance ist eine neu gegründete Interessengruppe, die die Schwermetall-Gegner unterstützt.
Die NTSA hält es für dringend erforderlich, das Cadmium-Verbot auf Solarzellen auszuweiten, denn wie kann eine grüne Technologie wie die Photovoltaik von einer Umweltrichtlinie ausgenommen werden.
Cadmium ist schädlich und wird von der Gefahrstoffdatenbank der Länder (GDL) als sehr giftig, Gewässer gefährdent und karzinogen (Krebs auslösend) definiert, neben anderen schädlichen Wirkungen für den menschlichen Organismus.
Betroffen ist nur eine Handvoll Photovoltaik-Hersteller. Von 178 Photovoltaik-Produzenten kommt die Mehrheit ohne das Schwermetall aus.
Ist Cadmiumtellurid gleich Cadmium?Die Hersteller der Cadmiumtellurid-Module wiederum bestreiten, dass Cadmiumtellurid so giftig wie Cadmium ist und das ihre Solarmodule ein Risiko darstellen.
Tests des Brookhaven-Instituts im Jahre 2005 haben nachgewiesen, dass die Giftstoffe weder durch Glasbruch, Regen oder einen Hausbrand in die Umwelt gelangen können.
Ein anderes Ergebnis kommt jedoch zu dem Schluss, dass saurer Regen das Schwermetall aus zerbrochenen
Solarmodulen herauswaschen könnte.
Die Diskussion hat inzwischen die EU-Kommission erreicht. Im Juni geht die Novellierung zur Abstimmung voraussichtlich in den Umweltausschuss.
Nach dem EU-Parlament geht es weiter in den Europäischen Rat, wo die Mehrheit der Umweltminister endgültig entscheidet, was jedoch noch Monate dauern kann.