Stromsparen - wo sind die Sparanreize?

10.Mai 2011 | Thema: LED | Schlagwörter: Energeisparen | Vorheriger LED-Beitrag: « Led Beleuchtung im Kinderzimmer? | Nächster LED-Beitrag: Der LED Hersteller CREE meldet einen neuen Effizienz Rekord »

stromsparenWie Anreize von Stromwerken Stromsparen helfen könnten!

Eines ist schon einmal aufgrund der energiepolitischen Aufregung klar: Strom muss gespart werden.

Dabei spielen Stadt- und Gemeindewerke eine zentrale Rolle, da sie Endkunden beliefern und vor allem über ihre Stromtarife den Verbrauch beeinflussen.

Aktuell zeigt ein Blick in die Tarife Schweizer Stromwerke keine Sparanreize sondern ganz im Gegenteil: je mehr Strom verbraucht wird, desto billiger wird er.

energie rechner led

Wo wird der Stromverbrauch gefördert?

Ein Beispiel dafür ist Bern. Dort fährt ein Haushalt mit fünf Zimmern, Wärmepumpe und Tumbler bei 13.000 Kilowattstunden jährlich mit 14,8 Rappen günstiger als ein Haushalt mit zwei Zimmern mit Elektroherd, der jährlich 1.600 Kilowattstunden verbraucht und pro Kilowattstunde 21,9 Rappen bezahlt.

Dabei ist Bern keine Ausnahme sondern zählt zur Mehrzahl der Gemeinden, die den Strom billiger anbieten, je mehr verbraucht wird. Hervor geht dies aus einer Zusammenstellung der Eidgenössischen Elektrizitätskommission.

Akzeptiert ist, dass Grosskunden aus Gewerbe, Handel und Industrie weniger bezahlen.

Verkehrtes Tarifmodell?

Als Grund für das verkehrte Tarifmodell wird vielerorts der Grundtarif angegeben, den viele Elektrizitätswerke erheben oder gesetzlich vorgeschriebene Bestandteile des Strompreises. 

Zudem  deutet ein niedriger Stromverbrauch nicht unbedingt auf Energieeffizienz hin.

So verbraucht ein Single-Haushalt diesselbe Energiemenge um ein Wienerli aufzuwärmen wie eine Familieihre vier Wienerli.

Unabhängige Energieberater empfehlen jedoch den Grundtarif abzuschaffen, damit sich Stromsparen lohnt.

Die Stadt Zürich erhebt bereits seit den achtziger Jahren keine Grundgebühr für Strom mehr, ebenso wie Basel und Lausanne.

Problem der wenig sparfreundlichen Tarife erkannt?

Das Bundesamt für Energie hat mittlerweile das Problem der wenig sparfreundlichen Tarife erkannt und es gibt derzeit Überlegungen, das Stromsparen zu fördern.

Möglich ist, dass im Stromversorgungsgesetz, das gerade überarbeitet wird, entsprechende Bestimmungen aufgenommen werden.

Damit käme den Forderungen von Umweltorganisationen und dem Verbraucherschutz entgegen, die bereits im Oktober 2008 die rund 900 Energieunternehmen der Schweiz zur Abschaffung der Grundgebühr aufforderten.

Durch progressive Stromtarife, wer mehr verbraucht, soll mehr pro Kilowattstunde bezahlen, sollen Anreize zum Stromsparen geschaffen und energieeffizienten Produkten wie Led Lampen zum Durchbruch verholfen werden.