Wann kommt der Solarstrom aus der Wüste?
19.Juni 2009 | Thema: Solarenergie
| Schlagwörter:
Solarenergie
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Die Idee hat etwas. Da, wo es nur Sonnentage und viel Wärme gibt, dort,
wo Sonnenenergie scheinbar vergeudet wird und viel Platz ist, wäre es
ideal Solarstrom herzustellen. Was spricht dafür und was dagegen?
Gute Ideen müssen sich erst in die Praxis umsetzen lassen. Neuestes
Beispiel ist eine Initiative mehrerer Grosskonzerne, deutsche Haushalte
im grossen Stil mit ökologischen Strom aus Afrika zu versorgen.
Kommenden
Monat wird ein Gründungstreffen anberaumt. Interessenten aus ganz
Europa sind willkommen. Beabsichtigt ist, bereits in den nächsten 2 – 3
Jahren konkrete Umsetzungspläne für den Solarstrom auf den Tisch zu
legen.
Die Ökostrom-Initiative des JahrhundertsDabei dürfte es sich um das Solarstrom-Projekt des Jahrhunderts mit einem Volumen von 400 Milliarden Euro, handeln.
Das
Projekt besteht einmal aus dem Bau der solarthermischen Kraftwerke,
deren Kosten sich auf ca. 350 Milliarden Euro belaufen dürften.
Ungefähr 50 Milliarden Euro werden für den Bau neuer
Gleichstrom-Hochspannungsnetze verwendet, damit der Strom seinen langen
Weg nach Deutschland antreten kann.
Die Initiatoren des
Solarstrom-Projektes wollen sich von der Finanz- und Wirtschaftskrise
nicht einschüchtern lassen, denn eine Klimakrise wäre tragischer. Mit
Solarstrom aus der Wüste könnte ein gewaltiges Zeichen gesetzt werden.
Damit
könnte sich „Desertec“, wie sich das spektakuläre Solar-Projekt nennt,
an die Spitze der grünen Technologie stellen. Endlich würde auch
konkret an der Verwirklichung von Solarstrom aus der Wüste gearbeitet,
denn neu ist die Idee nicht.
Kritische Stimmen zum ProjektWissenschaftler, Politiker und Manager werden kommenden Monat eingeladen um sich zusammen zu setzen.
So
unterschiedlich wie die Gäste, die dazu eingeladen sind, so
unterschiedlich sind auch die Meinungen zum Projekt. Von Begeisterung
bis zur Skepsis ist alles dabei.
Denn theoretisch liessen sich
auf einer Fläche von 300 mal 300 Kilometer, mit Parabolspiegeln in der
Sahara-Wüste, der gesamte Strombedarf der Erde decken.
Skepsis
ist angebracht, wenn es um den Standort geht, etwa in einem politisch
instabilen Land, der für eine ähnliche Abhängigkeit sorgen könnte, wie
beim Öl.
Wüsten-Projekte für SolarstromVom
technischen Stand her, steht dem spektalären Solarstrom-Projekt nichts
mehr im Wege Gleiche Projekte existieren bereits in der kalifornischen
Mojave-Wüste und in Spanien.
Nicht wie bei
Photovoltaik-Anlagen, die direkt Strom produzieren, wird bei
Wüstenstrom ein Spezialöl erhitzt, dessen Wasserdampf für den Antrieb
von Turbinen verwendet wird.
Wenn auch das Solarprojekt
anfangs noch Investoren braucht, soll es auf Dauer nicht subventioniert
werden. Damit wäre in zehn bis 15 Jahren zu rechnen.